KISD - Alexa Wernery

you must t/fake the first step alone

Alexa Wernery

In meinem Proposal stellte ich mir die Frage nach einer Methodik in der Gestaltung, die vergleichbar mit der des wissenschaftlichen Experiments, zur Lösung gestalterischer Probleme heran gezogen werden kann. In der Wissenschaft eine systematische Untersuchung, wird der Begriff »experimentell« in der Gestaltung augenscheinlich gleichbedeutend mit »herumprobieren« verwendet.

Meine anfängliche Suche löste sich in der grundlegenden Antinomie der beiden Felder auf. Ist das wissenschaftliche Experiment am Beweis einer Hypothese interessiert, ist es bei dem gestalterischen Experiment doch vor allem der Prozess, der Ziel der Erkenntnis ist und nicht so sehr die Erkenntnis selber das Ziel. Ist das wissenschaftliche Experiment dem Anspruch unterstellt möglichst quantitativ evaluierbar zu sein, dient das gestalterische Experiment vor allem der Innovation und qualitativen Exploration.

Alexa Wernery

Im Zuge meiner Recherche sah ich mich mit einer scheinbar diffusen Bandbreite von Arbeiten und Herangehensweisen konfrontiert die als experimentelle Arbeiten oder Experiment selbst bezeichnet sind. Das Konstrukt »Gestalterisches Experiment« ist gleichermaßen allgegenwärtig wie undefiniert. Die Suche nach einer allgemeingültigen Definition oder dem Versuch einer Systematisierung des Begriffs ist vergeblich.

Mit „You must t/fake the first step alone« wagte ich daher den Versuch den gestalterischen Experimentbegriff in all seinen Facetten abzubilden. Hierbei ist es mehr Ziel die Offenheit und Breite der Begrifflichkeit aufzuzeigen, als eine Definition zu manifestieren. Wie das gestalterische Experiment selbst ist die Form eine offenen, fragmentarische. Mehr Arbeitsheft, als reines »Bilderbuch«, ist der Leser gleichermaßen Betrachter und Nutzer. Sei er durch das reine Betrachten eines Projekts zu eigenen Arbeiten inspiriert oder im Rahmen dieser zu weiteren Variationen eingeladen.