Annika Mechelhoff

glitch_identities


glitch_identities


Das Projekt „glitch_identities” zeigt die Positionierung queerer Identitäten innerhalb der Gesellschaft. Der Fokus liegt auf Queer-Fashion, -Hair und -Make-Up.

Bis vor Kurzem galt „queer” als Schimpfwort, um Personen als „tuntig” o.Ä. zu bezeichnen. Dank des Feminismus etablierte sich der Begriff „queer” als beschreibender Sammelbegriff für eine Szene in der Personen sich nicht mit den traditionellen Geschlechterrollen identifizieren können und wollen. Trotzdem versteht sich das Queer-Sein immer noch als Randerscheinung der Gesellschaft.

Die (animierten) Portraits zeigen, dass Queer-Fashion Teil des regulären urbanen Lebens geworden ist, doch gleichzeitig immer noch ein kontroverser Diskurs um das Brechen von visuellen, geschlechtsspezifischen Stereotypen und Dresscodes besteht. Das Projekt fokussiert sich auf die gesellschaftliche Vorstellung, dass Queerness bzw. die LGBTQ*-Kultur immer noch als Ausbruch aus der heteronormativen „Realität” betrachtet wird. Queere Mode wird zumeist als Störung gesellschaftlich anerkannter, vestimentärer Ästhetik wahrgenommen. Dabei vergisst diese Sichtweise, dass nur das Vorkommen kleiner „Störfaktoren“ (glitches) im System die Normalität schafft in der wir uns bewegen.



Glitch-Art hat mittlerweile einen hohen Grad an Popularität erreicht. Sie hinterfragt die sozialen Standards von Schönheit und Wahrheit. “glitch_identities” ist eine multimediale Praxisstudie, die sich mit Menschen und ihrer eigenen Wahrnehmung von Gender-Identities auseinandersetzt. Hierbei wird der Körper als Trägermaterial eines abstrakten gesellschaftlichen Konstrukts betrachtet. Unter Nutzung analoger und digitaler Abbildungsmöglichkeiten schafft glitch-identities die Möglichkeit Sichtweisen zu ändern und Distanzen aufzuheben.

Die Portraits entstehen durch Databending der in Audiofiles konvertierten digitalen Fotografien. Sie werden unter instagram.com/glitch_identities als dreiteilige Portraits und animierte Video-Glitch-Art veröffentlicht.