Tobias Fröhlich
»Filmischer Vorspann als Buchwerbung«
Vorspann zu dem Roman "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco

ecosign

Tobias Fröhlich Das Foucaultsche Pendel

Der filmische Vorspann gehört seit jeher zum Film. Er entwickelte sich von einer einfachen Namensliste hin zu einem Konzeptfilm, der wie eine Ouvertüre in den Hauptfilm einführt. Dabei stehen dem Vorspann verschiedenste strukturelle Mittel zur Verfügung. In dieser Arbeit wurde ein filmischer Vorspann zu einem literarischen Werk produziert. Konkret geht es dabei um den von Umberto Eco geschriebenen Roman "Das Foucaultsche Pendel".

Das Besondere an dieser Arbeit ist jedoch, dass durch den Vorspann kein fiktiver Film beworben wird, sondern Ecos Roman an sich. So ist der Vorspann nicht nur ein Mittel zur Klärung von rechtlichen Aspekten, sondern viel mehr ein eigenständiger Film, der den Zuschauer bzw. in diesem Fall den Leser an die Hand nimmt. So fungiert der Vorspann nicht nur für die filmische, sondern in diesem Fall für die literarische Ebene als stimmungssetzendes Element.

Die Herausforderung bestand darin, konzeptionelle Punkte des Romans zu finden, die eine ausreichende Tiefe aufweisen und in eine filmische Arbeit übertragen werden können. Hierbei fiel ein Aspekt besonders schnell auf: der Roman, wie auch Ecos "Der Name der Rose", ist ein postmoderner Roman. Dieser Aspekt trifft ebenfalls auf den produzierten Vorspann zu.

Im Gegensatz zu einem Trailer, der sich aus Passagen der Vorlage zusammensetzt, lässt die Beziehung von Hauptfilm und Vorspann hingegen zu, dass der Vorspann immer neue Facetten annehmen kann. So kann er sich bewusst an Elementen der Vorlage bedienen und orientieren, diese aber auch komplett ignorieren. Die Freiheit dieser Herangehensweise erlaubt es dem Vorspann ungewöhnlichste Strukturen anzunehmen und die herkömmlichen "Regeln" des Films zu übergehen. Diese außergewöhnliche Art der Buchwerbung bietet sich an, auf verschiedensten Plattformen eingesetzt zu werden, wie z.B. YouTube, Vimeo, Facebook, eBook-Shops … Gepaart mit der gestalterischen Freiheit und den kraftvollen Stimmungseindrücken, die ein Vorspann erlaubt, ergibt sich eine noch nicht dagewesene Kombination von Literatur und Film.