Florina Trost
»Die Diktatur der Dinge«
Eine qualitative Studie über das Automobil in der sozialen Distinktion

Köln International School of Design (KISD)

Florina Trost Die Diktatur der Dinge

Jeder von uns besitzt im Schnitt rund 10.000 Dinge. 10.000 Dinge die kommunizieren und darauf hindeuten wer wir sind, oder zu sein haben. Diese Dinge diktieren unseren Alltag und unser Sein. Die Frage nach Sein oder nicht Sein, “ich habe also bin ich” haben vor allem mit dem Wertewandel und der Distinktion innerhalb einer Gesellschaft eine interessante Wendung bekommen. Die meist tiefgreifenden Bedeutungen der Produkte für den Menschen in der Gesellschaft sind hier immer abhängig von der Illusion, das mehr haben auch mehr sein bedeutet.

Der Prozess der Arbeit
In der Masterthesis wurde anhand eines Forschungsgegenstandes- dem Automobil- die Bedeutung dessen in der sozialen Distinktion studiert und herausgearbeitet. Begründet durch eine theoretische Auseinandersetzung der komplexen Thematiken: das Sein und Haben sowie die vielfältigen Gestalten der Dinge konnte durch die Erarbeitung und Durchführung qualitativer Methoden der Designforschung eine Grundlage geschaffen werden die in Konzepten und Szenarios der nahen Zukunft resultieren. Trends, derzeitige Herausforderungen der Automobilindustrie, sowie gesellschaftliche Entwicklungen und ökonomische Kontroversen sind Teil dieser Arbeit und finden sich in den Konzepten und Ideen wieder.

Das Automobil als Untersuchungsgegenstand
Das Automobil hat sich als Untersuchungsobjekt geeignet da eine fortkehrende Kontroverse zu beobachten ist. Das Fahrzeug kann natürlich als funktionales Vehikel gesehen werden, dennoch ist es kein beliebiges Konsumgut, sondern ein Ding, welches enorme Auswirkungen auf die Gesellschaft hatte und auch immer noch hat. Die Frage nach Trends, Einflüssen und vor allem die bisher nicht beachtende tiefgreifende qualitative Untersuchung des Automobils in der sozialen Distinktion, bestätigt hier eine Relevanz, die Beziehung Mensch – Automobil zu untersuchen.

Struktur und Ziele
Die theoretische Arbeit „die Diktatur der Dinge“ gliedert sich in drei große Themenfelder (Der Mensch mit den Dingen in der Gesellschaft) die jegliche Aspekte der Fragestellung hinterleuchten und aufzeigen sollen. Der praktische und forschungsorientierte Teil der Arbeit baut auf den theoretischen Erkenntnissen der Arbeit auf. Ein Ziel der Arbeit besteht darin, die etwas subtilen Emotionen und Erfahrungen des Menschen gegenüber den Dingen darzustellen, die sich in einer Gesellschaft entwickelt haben, in der Konsum viel mehr als nur eine Bedürfnisbefriedigung garantieren soll und in der das Verhältnis zwischen Ding und Mensch eine erstaunliche Tragweite erfahren hat.

Relevante Fragen der Arbeit
Das Sein und Haben, sowie die identitätsstiftende Wirkung der Dinge für das Selbst in der Gesellschaft ist Hauptthemenkomplex und Fokus des theoretischen Teils der Arbeit. Die Hauptfragestellungen des praktischen Teils beziehen sich zum Einen auf das Forschungsobjekt: Gibt es einen Unterschied der Bedeutung des Automobils in der sozialen Distinktion? Was sind die Merkmale die den Unterschied beschreiben und ausmachen? Und was zeichnet heute ein Statussymbol in der sozialen Distinktion aus? Des weiteren hat die Studie Aufschluss über die Anwendbarkeit der Methodik und die Durchführung der Designtools bestätigt.