Simon Dolesnky
»Nirwana«

ifs internationale filmschule köln

Simon Dolesnky Simon Dolesnky

Der Film Nirwana erzählt die wahre Geschichte von Din Islam, einem bangladeschischen Tagelöhner, der auf der Suche nach Arbeit seiner Familie und seinem bisherigen Leben auf tragische Weise entrissen wird. Über 10 Tage lang befindet er sich eingesperrt in einem leeren Frachtcontainer, ohne zu wissen wohin die Reise geht.

In unserem FIlm wird die Dunkelheit des Containers zu einem beherrschenden Element, welches nur stellenweise durch das Feuer eines Streichholzes durchbrochen wird. Die Entscheidung mit der absoluten Dunkelheit der Leinwand als dominierendes Gestaltungelement in diesem Film zu arbeiten, basiert auf der Überlegung, durch das entstehende Vakuum an Information, eine stärkere und unmittelbarere Involvierung des Zuschauers zu erzwingen.

Wenn die Leinwand ihren eigentlichen Zweck verneint, müssen wir diese Lücke mit unseren Gedanken füllen. Der Zuschauer kann sich nicht mehr "zurücklehnen" und den Film aus sicher emotionaler Distanz an sich vorbeiziehen lassen, ohne komplett aus dem Film auszusteigen. Grade bei einem Film der sich einem Thema annimmt, welches nur allzu gerne ausgeblendet wird, war es uns wichtig, dass sich der Zuschauer in Relation zu dem Geschehen setzen muss. Im starken Kontrast zu der Dunkelheit steht das Streichholz, welches mit seiner Flamme – neben der offensichtlichen Funktion die Dunkelheit zu erleuchten – dazu dient, eine visuelle Entsprechung der fragilen Hoffnung und Vergänglichkeit in die Dunkelheit zu bringen. Sowohl die Brenndauer als auch die Streichhölzer selbst sind begrenzt und damit ein unmittelbarer Verweis auf das Unvermeidliche.