Michael Hennemann
»POP-UP-PAD«

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Michael Hennemann Michael Hennemann Michael Hennemann

Mit meiner Abschlussarbeit "POP-UP-PAD" möchte ich Kindern das traditionelle Medium Pop-up-Buch wieder näherbringen. Durch eine zeitgerechte Aufbereitung wird das traditionelle Pop-up-Buch mit Hilfe des iPad digital erweitert, so dass es zu einer Symbiose der beiden Medien kommt.

Die Herausforderung lag darin, die jeweils positiven Eigenschaften der einzelnen Medien herauszustellen, und gleichzeitig ein neues Produkt zu schaffen, in dem beide Medien als Einheit harmonieren. Schon die Anordnung der beiden Medien erwies sich als schwierig. Mir war wichtig, dass das Medium Pop-up-Buch für Kinder interessant aufbereitet wird. Anders als bei der Technik der "Augmented Reality", bei der das Buch im Hintergrund liegt und das iPad im Vordergrund bedient wird, steht das digitale Gerät bei meinem Konzept im wahrsten Sinne des Wortes im Hintergrund. Die Stärken des iPads liegen in der technischen Ausstattung und seiner Bedienfreundlichkeit. Diese positiven Eigenschaften nutze ich, um das Pop-up-Buch in Szene zu setzen. Durch die Kamerafunktion und eine damit gekoppelte App wird die dreidimensionale Szene des Pop-up-Buchs sinnvoll erweitert: Die App erkennt anhand eines QR-Codes, welche Pop-up-Seite gerade aufgeschlagen wurde, und ruft eine hierzu passende Animation auf dem iPad auf. Hierbei handelt es sich jedoch nicht einfach um einen animierten Hintergrund – vielmehr sind die beiden Medien so gestaltet, dass sie erst zusammen ein Ganzes bzw. eine komplette Szenerie ergeben. Der erwartete Aha-Effekt beim Aufklappen eines Pop-up-Buchs wird durch die digitale Erweiterung noch einmal verstärkt. Mit der Animation im Hintergrund wird erneut auf die Vorteile des digitalen Mediums zurückgegriffen. In der Praxis wurde so zum Beispiel ein Pop-up gestaltet, das das Innenleben einer Höhle darstellt. Die Szene enthält verschiedene Elemente wie Felsen, Tisch, Stuhl und ein Bett, in dem einer der Charaktere schläft. Bis auf den Kopf des Charakters wurden alle Bestandteile der Szene aus Papier erstellt und richten sich beim Aufklappen des Pop-up- Buchs auf. Die Kamera registriert, wenn das Buch komplett aufgeschlagen ist, und erweitert die Papierszene digital. In diesem Beispiel wird der fehlende Kopf des Charakters als Animation eingeblendet und vervollständigt so die Szene. Durch die Animation im Hintergrund und den 3D-Effekt im Vordergrund wird auf verblüffende Weise der Eindruck einer schlafenden Person erweckt. Auf diese Weise ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Spielgestaltung. Die für Pop-up-Bücher typischen Mechaniken und Mechanismen erfahren noch eine Aufwertung, da sie durch Drehen, Aufklappen und Verschieben erneut von der Kamera erfasst werden und die Szene (durch das Einlesen weiterer QR-Codes) verändern können. So besteht z. B. die Möglichkeit, durch das Bewegen eines Papier-Elements zwischen zwei QR-Codes und damit zwischen zwei voneinander unabhängigen Szenen bzw. Handlungsverläufen zu wählen. Das Kind muss also eine Entscheidung treffen, wie es in der Geschichte weitergehen soll. Meine Abschlussarbeit zeigt beispielhaft 4 Pop-up-Bücher in verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten.

Weitere Einblicke unter: www.popuppad.de